| Pressenotiz per 5. Juni 2008 |
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| Feininger
im Benzer Kabinett Zwischen Originalbrief von 1937 und Feininger-Fahrrad |
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| Benz. Usedom. In einer Kabinett-Ausstellung, die bis zum 18. Juni 2008 dauert, präsentiert das Kunst-Kabinett Usedom in Benz neun Feininger-Exponate. Im Mittelpunkt der Ausstellung des deutsch-amerikanischen Malers steht ein zwei Seiten langer Brief mit zwei Holzschnitten vom 10. August 1937, in dem Lyonel Feininger zwei Monate nach seiner Emigration aus Deutschland in die USA an Freunde schreibt. Er berichtet Ihnen von seiner geplanten Wochnungssuche in New York und äußert sich besorgt über die Lage der Kunst in Deutschland: Was wird aus all' unseren Künstler-Freunden im nunmehrigen Naziland? Wie war der Abschied von ihnen Allen, Anfang Juni, schwer.... Der Brief ist eine Leihgabe des 85 Jahre alten Berliner Kunsthändlers Florian Karsch, der Lyonel Feininger 1937 zusammen mit seinen Eltern in Berlin am Anhalter | ![]() |
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Originalholzschnitt aus dem Feininger-Brief vom 10. August 1937 |
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| Bahnhof in
die Emigration verabschiedet hat. Nach Amerika führt auch ein Fahrrad
der Marke Cleveland - Ohio aus dem Jahre 1897, die Lyonel Feininger in Berlin
und bei seinen Besuchen auf Usedom zwischen 1908 und 1912 gefahren ist.
Der Künstler hat Usedom zu Fuß oder mit dem Fahrrad erkundet,
um an vielen Orten der Insel Natur-Notizen zu skizzieren. Bis zu seinem
Tode hat der Künstler später in seinen verschiedenen Ateliers
die vielen Tausend Natur-Notizen immer wieder durchgeblättert, um Sie
im Atelier zu Aquarellen, Holzschnitten, Lithographien, Ölbildern,
Radierungen oder Zeichnungen umzugestalten. Ausgetellt ist erstmalig auch das Ölbild des Feininger-Freundes Rudolf Grossmann Villa in Heringsdorf aus dem Jahre 1910, das ein Sammler aus Mülheim an der Ruhr für das geplante Kunsthaus Usedom-Wolin im Rathaus der Stadt Usedom gekauft hat. Das Kunst-Kabinett Usedom liegt in Benz neben der historischen Kirche Sankt Petri, die zu den bevorzugten Motiven auf Usedom gehörte. Die Galerie ist täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet. |
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| Rückfragen:
Kunst-Kabinett Usedom. Galerie in Benz. Ruf 038.379.20.184. Fax 038.379.20.185. Hannelore Stamm, Hannes Albers. www.kunstkabinett.de info@kunstkabinett.de |
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| Feininger-Kabinett-Ausstellung
in Benz Bis 18. Juni 2008 täglich 10 bis 18 Uhr |
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| Ausstellungsliste
der Galerie Nr. 1 Brief von Lyonel Feininger geschrieben im Jahr der Emigration Vom 10. August 1937 Maschine, zwei Original-Holzschnitte Besitz Florian Karsch, Berlin Nr. 2 Rathaus in Swinemünde 1974, nach einem Ölbild von 1912 Lithographie, Auflage 200, durch Galerie Heinz Berggruen, Paris, 57 x 48 cm Sammlung Kunst-Kabinett Usedom Nr. 3 Benz (Kirche), signiert, datiert. Provenienz: Julia Feininger, New York 1955, im Jahr vor dem Tod Aquarell, Ölkreide, 23,7 x 31,8 cm Sammlung Kunst-Kabinett Usedom Nr. 4 Rudolf Grossmann, Zeitgenosse von Feininger Villa in Heringsdorf (Villa Aalhus,Dellbrückstraße) Datiert 1910, siehe Text im Rahmen Öl auf Leinwand Leihgabe aus Mülheim-Ruhr Nr. 5 Benz 2 (Kirche Benz), Werkverzeichnis Prasse W 149 1919, posthum gedruckt Holzschnitt auf China-Papier, 23,2 x 29 cm Sammlung Kunst-Kabinett Usedom Nr. 6 Ohne Titel (Heuschober), Normandie. Reise von Paris aus. Provenienz: Andreas Feininger, New York Sunday, 16. September 1906 Natur-Notiz, Bleistift auf festem Papier, gelocht, 131 x 18,3 cm Leihgabe, Galerie Utermann, Dortmund Nr. 7 Ohne Titel (Kolberger Dom), oben rechts datiert, Provenienz: Andreas Feininger, New York 2. September 1925 Natur-Notiz, Bleistift auf glatten, hellen Papier, gelocht, 22,1 x 14 cm Leihgabe, Galerie Utermann, Dortmund Nr. 8 Weg nach Benz, oben rechts datiert. Provenienz: Andreas Feininger, NewYork 15. September 1910 Natur-Notiz, Kohle auf hellem Papier, gelocht Sammlung Kunst-Kabinett Usedom Nr. 9 Fahrrad Cleveland, Ohio 1897 Mit diesem Fahrrad-Typ hat Feininger Usedom erkundet. Achten Sie auf die Holzfelgen Sammlung Kunst-Kabinett Usedom |
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| Feininger-Brief vom 10. August 1937, Mills College, Californien | ||||||||
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Mills College, Calif., d. 10ten August, 1937. |
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| Liebe Freunde; liebe
Frau Elizabeth: Am letzten Tage unseres Aufenthaltes in Mills, und inmitten angestrengter Reise-Vorbereitungen, will ich doch versuchen, das, was ich all' diese 6 Wochen versaeumte--- naemlich. Ihnen fuer Ihre lieben Zeilen in New York vielmals zu danken: Zum vernuenftigen Briefeschreiben, wie ich unbedingt wollte, kam ich in der ganzen Zeit hier nicht. Volle Art Class, 3 bis 4 mal taeglich Korrektur; puenktlich die Mahlzeiten einhalten, Abends entweder Konzert oder Einladung; Wochenend-Ausflug; so ging das die |
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| ganzen sechs Wochen,
ohne Atempause. Morgens, frueh aufgestanden, noch muede vom Abend vorher,
and repeat. Wir werden morgen frueh von Freunden abgeholt, die ein eigenes Auto, mit grossem "Trailer" besitzen und vom hohen Norden (Olympia, Washington) herunter gefahren sind um in zwei Tagen weiter nach Santa Fé zu fahren, wo sie geschaeftlich zu tun haben und einige Zeit bleiben muessen. Vielleicht machen wir erst 8-10 Tage in San Francisco Station, um die Wunder der Stadt und ihrer einzigartiger Umgebung in unser Bewusstsein aufzunehmen (ich muss, wo wir nun schon zum zweitenmale so weit hiergereist sind, endlich etwas zu Skizzieren komen); dann fuehrt uns unser Weg ueber Santa Fé nach New York. Ob wir in Santa Fé etwas bleiben, wird sich aus Umstaenden ergeben die wir noch nicht ueberschauen koennen. In New York wollen wir auf alle Faelle Anfang September sein, denn wir muessen uns sofort auf die Wohnungssuche begeben. Wir moechten ach, so gerne! in der Naehe der Stadt und moeglichst am Long Island Sound ein kleines Häus'chen finden, billig of course: und haben an New Rochelle gedacht, wo Professor Wertheimer so entzueckend huebah und billig wohnt. Seitdem wir im vorigen Jahre dieses Haeus'chen sahen, haben wir uns immer gewuenscht, in aehnlicher Lage zu wohnen. Wenn Sie etwa hoeren sollten, von einem geeigneten kleinen Haus am Wasser, so bitten wie Sie sehr, lassen Sie uns davon Nachricht zukommen. (Unsere Briefanschrift (diese American Typewriter kann kein Deutsch sprechen) wird fuer's erste bei Lux sein: 511, East 85 th Street, N.Y. --- Das Bued'chen unseres Jungen ist einstweilen alles, was fuer uns "Home" in der Welt vorstellt: --- Ich glaube, selbst Sie und William waren nicht fremder im Lande zu Anfang, als wir es sind. Dafuer aber, sind Sie herrlich bald heimisch geworden. Wir freuen uns unglaublich dass es Ihnen gelungen ist, sich mit Ihren Lieben im grossen America so ganz heimisch zu fuehlen, und dass wir, nach so vielen Jahren der Trennung, Sie nun bald sehen werden. Und, Du liebe Zeit! was gibt es nicht dann zu erzaehlen! ------ Was wird aus all' unseren Künstlerfreunden in nunmehrigen "Naziland"??? Wie war der Abschied von ihnen Allen, Anfang Juni, schwer, als nochnicht laut Edikt die edelsten kuenstlerischen Kraefte im Lande Verbrechern und Schwachsinnigen gleichgestellt worden. Und heute? was soll nun aus ihnen Allen werden? wo man ihnen jede Moeglichkeit des Schaffens und des materiellen Fortkommens beraubt hat. ------ Schon vorher war es wahrhaftig zum Herzzerbrechen, wie sie seelisch bedrueckt lebten; aber sie hatten doch immer noch eine Hoffnung, im bescheidensten Maasse ihr Dasein zu fristen und am Schaffen (was gleichbedeutend mit Leben war) zu bleiben. Well, now I've got to stop. We still have all our packing to attend to and my wife needs me, to help. Also: Auf Wiedersehen im Herbst; und viele herzliche Gruesse fuer Sie Beide und die Kinder. And please greet Ulli especially from me. |
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In alter Freundschaft! Ihr getreuer "Feininger" |
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| Abbildung des Original-Feininger-Briefes vom 10. August 1937 | ||||||||
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